Aktionsbündnis sieht sich bestätigt:

Neue Gestaltung der Herrenalber Straße in 2008

SPD, Grüne und KAL: „Wir stehen hinter dem Konzept von OB und Verwaltung“

Bei der Bürgerversammlung in Rüppurrer waren sich in einem Punkt alle einig: An der Haltestelle Ostendorfplatz muss etwas geschehen. Aber schon bei der Frage, wie weit Sicherheit für Schülerinnen und Schüler an dem extrem engen Übergang gehen darf, schieden sich die Geister. „Den Ablehnern des Verkehrsversuchs mit Reduzierung der Herrenalber Straße auf drei Spuren ist das schnelle Fortkommen auf der den Stadtteil durchschneidenden Achse wichtiger“, fasst Gerhard Wiedl vom Aktionsbündnis pro Verkehrsversuch die hitzige Diskussion im Keilberthsaal vor drei Tagen zusammen: „Selbst wenn die drei Spuren zudem noch einen Sicherheitsgewinn für Radfahrer bedeuten, die einen hohen Anteil an den Verunfallten in der Herrenalber Straße stellen!“

Radfahrer schienen bei der Diskussion alle zu sein. So der Eindruck, den man bei der Bürgerversammlung in Rüppurrer Keilberthsaal gewinnen konnte, denn neun von zehn, die sich zu Wort meldeten und ihre Meinungen von sich gaben, bezeichneten sich als Radfahrer. Nur dass ein Teil – im Schnitt sichtlich älter als 65 – einen Radweg ablehnt. Stadtrat Dr. Eberhard Fischer (Karlsruher Liste), der als Nichtautobesitzer jeden Tag beruflich von Rüppurr aus mit dem Rad unterwegs ist, bleibt die Spucke weg: „Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum Radfahrer einen Radweg, dessen Konzept sich an anderen Stellen in der Stadt Karlsruhe bewährt hat, ablehnen.“ Er verweist auf den Altersunterschied und die unterschiedlichen Erfahrungen von Befürwortern und Gegnern des Verkehrsversuchs: „Wir Vielradler wollen auf markierten Radspuren auf der Fahrbahn zügig vorankommen.“

Nach bundesweiten Untersuchungen sind diese Radwege viel sicherer als die von der Fahr­bahn abgetrennten, was auch Oberbürgermeister Heinz Fenrich und seine Verkehrs­experten ins Feld führten. Nicht nur deshalb ist der Vorschlag in der Versammlung, auf der Ostseite der Herrenalber Straße einen beidseitigen Radweg einzurichten, schlecht. Nach Auskunft der unteren Verkehrsbehörde ist diese Lösung erstens ohne teuren Umbau des kompletten Gehwegs entlang der Straße rechtlich unzulässig. Und zweitens würde damit der Hauptunfall­grund an der Diakonissenstraße sozusagen amtlich festgeschrieben: „In die Herrenalber Straße abbiegender Autofahrer übersieht den von ihm nicht erwarteten Radfahrer von rechts, weil er sich natürlich nach links orientiert“, kritisiert Werner Stichs vom Aktionsbündnis.

„Vielleicht waren ja all diejenigen, die sich als 'Radfahrer' bezeichneten, und sich und ihre Fahrradargumente Preis gaben, nur getarnte Autofahrer, die auch noch ein Fahrrad aus ihrer Jugendzeit in ihrer Garage stehen haben“, mutmaßt Stadträtin Anne Segor von den Grünen. Wie dem auch sei: Auch der OB stand den Argumenten der Versuchsgegner eher skeptisch gegenüber. In seinem Schlusswort betonte er, dass ihn keines der Argumente gegen den „Verkehrsversuch“ überzeugen konnte. Mit seinem Vorschlag, zuerst die unstrittige technische Neuausrüstung der Ampeln entlang der Herrenalber Straße durchzuführen, so dass der Querverkehr mehr Zeit bekommt, traf er die Zustimmung aller. Danach soll nochmals auf der Herrenalber Straße und den vermuteten Schleichwegen in der Umgebung gezählt werden, was das Aktionsbündnis ausdrücklich begrüßt. Die dort Aktiven drängen allerdings darauf, dass die Haltestelle Ostendorfplatz möglichst schnell verbreitert werde – „bevor etwas passiert und so breit wie möglich“, so Stadträtin Heike Backes von der SPD.
Im Sommer 2008 müsse dann der Verkehrsversuch starten: Denn ebenso wie bei der „Kombilösung“ gibt es die Lösung für die Probleme in der Herrenalber Straße nur im „Doppelpack“ – Dreispurigkeit und Fahrradweg.

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